BBT: „Gesamtschweizerisches Lehrstellenangebot entspricht der Nachfrage“ – Nein, das finde ich nicht…

21 Jun

Bern, 21.06.2012 – Der Lehrstellenmarkt präsentiert sich auch dieses Jahr ausgeglichen. Das zeigen die Hochrechnungen des Lehrstellenbarometers, die das LINK-Institut seit 1997 im Auftrag des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT erhebt. Am Stichtag 15. April 2012 melden 80’500 Jugendliche Interesse an einer Lehrstelle an, während die Unternehmen 80’000 Lehrstellen anbieten. Im gleichzeitig veröffentlichten Bericht „Start ins Berufsleben“ zeigt das BBT auf, mit welchen Massnahmen Schulabgängerinnen und Schulabgängern der Einstieg in die Berufsbildung erleichtert wird.

Gemäss Resultaten des heute vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT veröffentlichten Lehrstellenbarometers ist der Lehrstellenmarkt weiterhin stabil. Während die Nachfrage nach Lehrstellen im Vergleich zu 2011 gestiegen ist, ist das Angebot leicht zurückgegangen. Damit halten sich gesamtschweizerisch Nachfrage und Angebot die Waage: Von 145’000 Jugendlichen vor der Ausbildungswahl (2011: 136’500) interessieren sich 80’500 Jugendliche (2011: 77’000) für eine Lehrstelle. Dem steht bei den Unternehmen ein Angebot an 80’000 Lehrstellen (2011: 81’000) gegenüber. Erfahrungsgemäss steigt das Lehrstellenangebot bis zum Lehrbeginn im August nochmals an.

72% der Jugendlichen mit Interesse an einer Lehrstelle haben im April bereits eine Lehrstelle und 2% eine andere Lösung zugesichert. Dies sind deutlich mehr als in den Vorjahren. Die Anzahl der Jugendlichen, die noch keine Zusage erhalten haben und sich ausschliesslich für eine Lehrstelle interessieren, ist gegenüber dem Vorjahr von 16’500 auf 15’000 gesunken. Mit hochgerechnet 22’000 (2011: 20’000) gemeldeten offenen Lehrstellen bei den Unternehmen übertrifft das Angebot die Nachfrage seitens der Jugendlichen.

Die detaillierten Ergebnisse des Lehrstellenbarometers vom April 2012 werden Anfang Juli auf http://www.bbt.admin.ch/barometer publiziert.

Bericht „Start ins Berufsleben“

Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt setzen sich gemeinsam für die Integration von Jugendlichen in die Berufsbildung und in den Arbeitsmarkt sowie für die Unterstützung von Betrieben bei der Ausbildung des Berufsnachwuchses ein. Im heute veröffentlichten Bericht „Start ins Berufsleben“ beschreibt das BBT, welche Massnahmen auf gesamtschweizerischer Ebene bereitstehen, um den Übertritt in die nachobligatorische Bildung zu erleichtern. Dazu gehören Brückenangebote, Coaching- und Mentoring-Programme, zweijährige berufliche Grundbildungen oder das Case Management Berufsbildung, die sich an Schulabgängerinnen und Schulabgänger richten, denen der Einstieg in die Arbeitswelt nicht ohne weiteres gelingt. Hilfestellungen für die Unternehmen zielen darauf ab, sie beim Anbieten von Lehrstellen zu unterstützen und für möglichst optimale Rahmenbedingungen zu sorgen. Der Einsatz von Lehrstellenförderern und die Möglichkeit für Lehrbetriebsverbünde haben dazu beigetragen, dass der Lehrstellenmarkt weitgehend stabil ist. Insgesamt steht auf allen Ebenen ein bewährtes Instrumentarium zur Verfügung, das regelmässig auf seine Wirksamkeit überprüft wird.

Adresse für Rückfragen:

Tiziana Fantini, Kommunikation BBT, Tel. 031 323 04 59, medien@bbt.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=45035
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Anmerkung: Lehrstellenangebot entspricht der Nachfrage?

80´500 interessierte Jugendliche vs. 80´000 Lehrstellen. Schön, dass so viele Lehrstellen angeboten werden. Aber ist für den Jugendlichen aus Graubünden die gesuchte Lehrstelle dabei? Oder gibt es nur eine Lehrstelle in 250 anderen, „falschen“ Berufen und die gesuchte Lehrstelle ist nur in Basel verfügbar? Und wie sieht es mit den Qualifikation des Jugendlichen für den angebotenen Beruf aus? Entsprechen diese den Anforderungen des Lehrbetriebs? Nützt es einem Lehrbetrieb, der eine Informatikerlehrstelle anbietet, wenn sich nur Schüler bewerben, die den Anforderungen nicht genügen? Da kann die Nachfrage noch so gross sein.

Ich bitte um eine etwas differenzierte Aussage hinsichtlich Ausbildungsort und angebotenem/nachgefragtem Beruf und eben auch bezüglich der Eignung für den Beruf.

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