NZZ: „Stärkung der Informatikkompetenz“

11 Jan

Stärkung der Informatikkompetenz – Bildungsoffensive auf allen Stufen

(Neue Zürcher Zeitung, 11.01.08 // Von Carl August Zehnder )

Aus dem obigen Artikel soll ein Abschnitt herausgepickt werden:

Probleme bei der Berufslehre

Die vierjährige Berufslehre Informatik hat sich seit ihrer (späten) Einführung 1993 vorerst sehr positiv entwickelt. Die Qualität dieser Ausbildung ist hoch und konnte ab 2001 durch eine vollständige Modularisierung sehr flexibel gestaltet werden, wie dies für ein Hightech-Gebiet wichtig ist. Die Nachfrage seitens der Schulabgänger war überwältigend, viele mussten aber zurückgewiesen werden, weil die Zahl der verfügbaren Lehrstellen bei 2000 pro Jahr an Grenzen stiess und ab 2001 sogar zurückging.

Daran sind nicht nur konjunkturelle Schwankungen schuld, sondern auch die grosse Zahl kleiner und kleinster Informatikbetriebe, die kaum Lehrstellen anbieten. Und weil die Zahl der neuen Lehrverträge sinkt, wird die Zahl der im Jahr 2010 zu erwartenden Lehrabschlüsse 30 Prozent unter den Zahlen von 2005 liegen. Und besonders negativ: Der Anteil junger Frauen unter den neuen Informatiklehrlingen sank von 2001 bis 2006 von 12,7 Prozent auf 7,4 Prozent! Es braucht deshalb verstärkte Anstrengungen zur Schaffung zusätzlicher Lehrstellen, zur Förderung guter Lehrmeister und zur Gewinnung guter Lehrlinge.

In der Schweiz ist die permanente Weiterbildung bereits Berufstätiger noch immer ein Stiefkind. Das gesellschaftliche Ansehen von Berufstätigen bestimmt sich meist nach der Abschlusshöhe (Titel) der Erstausbildung. Ein solches Umfeld wirkt sich besonders problematisch aus in einer Berufslandschaft wie in der Informatik, wo die Quereinsteiger noch immer den weitaus grössten Anteil stellen. Ihr berufliches Rüstzeug ist oft schmal und beschränkt sich auf jene wenigen Techniken und Systeme, in welche sie beim Einstieg in die Informatik eingeführt wurden. Genau diese Leute werden durch die technische Weiterentwicklung, namentlich bei grösseren Systemwechseln, leicht überfordert. Es müsste deshalb der Grundsatz gelten, dass alle in der Informatik Tätigen pro Jahr zwei Wochen Weiterbildung benötigen, wobei nicht nur kurzlebiges Produktwissen, sondern auch Konzeptwissen vermittelt werden sollte.

Viele der genannten Quereinsteiger hatten oder nutzten nie die Gelegenheit, auch in Informatik einen anerkannten Berufsabschluss zu machen, sondern begnügten sich mit Spezialausbildungen und Kursen von einigen Tagen oder Wochen. Für eine längerfristige Berufsqualifikation in Informatik ist das zu wenig. Junge Quereinsteiger sollten nach dem Einstieg in die Informatik einen Berufsabschluss in Informatik nachholen oder eine höhere Fachprüfung anstreben und ablegen. Sie sollten dazu von ihrem Arbeitgeber unterstützt werden (zeitliche Teilentlastung). Besonders zu empfehlen ist die seit 2003 bestehende Möglichkeit für bereits in der Informatik Tätige, den regulären Berufsabschluss Informatiker(in) berufsbegleitend in nur zwei Jahren nachzuholen.“

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Hier geht’s zum vollständigen Artikel.

Oder als Ergänzung zum Artikel „Erosion der Informatikausbildung“

Oder zum Artikel „Der Pioniergeist der Tüftler ist kaum mehr spürbar“ (espace.ch)

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