Kapitel 5: Hilfestellungen bei der Lehrstellensuche

7 Dez

 

5. Hilfestellungen bei der Lehrstellensuche

Mit der folgenden Aufzählung möchte ich die wichtigsten Adressen angeben, wo man bei der Suche nach einer Lehrstelle fündig werden kann. Vorher aber noch kurz ein Hinweis auf die „7 Schritte zum Beruf“

Ich steige also bei Schritt 6 ein und gehe davon aus, dass die 5 anderen Schritte bereits durchschritten wurden. Aber kommen wir nun zur Frage „Wo kann ich nach einer Lehrstelle suchen?“

 

5.1. Lehrfirmenverzeichnis (LEFI)

Erste Adresse ist meiner Meinung nach nicht der Lehrstellennachweis (LENA) sondern das Lehrfirmenverzeichnis (LEFI). Wie unter Kapitel 2 beschrieben, führt jedes Berufbildungsamt eine Liste über die Firmen, welche berechtigt sind, Lernende auszubilden.

Da das Berufbildungsamt eng mit dem BIZ zusammenarbeitet, erhalten alle Jugendlichen auf Anfrage im BIZ einen Auszug der möglichen Lehrbetriebe in ihrer Region und zum gewünschten Beruf. Obwohl man theoretisch die Liste auch beim Berufbildungsamt beziehen könnte, empfehle ich doch, sich an das regionale BIZ zu wenden. Mein Appell an die Jugendlichen: Nutzt das dortige Angebot! Wer, wenn nicht die Berufsberater/-innen (und Eltern? Freunde?) können dazu beitragen, den Blick auf andere Stärken und andere Berufe zu lenken, wenn sich zeigen sollte, dass der Wunschberuf leider nicht realistisch ist? Wenn man die „Hitliste der Berufe“ anschaut, kann man erkennen, welche Berufe primär gewählt werden. Ein Grossteil der Mädchen wählt nur aus 15 Berufen, ein Grossteil der Knaben immerhin aus rund 30 Berufen aus. Es gibt aber über 200 Lehrberufe. Wichtig ist dabei, dass auch die Eltern ihrer Elternrolle gerecht werden. Viele Berufsberater/-innen geben an, dass bei diesem doch verhältnismässig langfristigen Entscheid wie dem der Berufswahl oftmals der Rat der Eltern gewünscht wird (s. Studie in Deutschland) – trotz allfälligen Unstimmigkeiten in anderen Bereichen. Hilfestellungen für Eltern werden hier geboten.

 

5.2. Lehrstellennachweis (LENA)

Das Lehrfirmenverzeichnis ist aber trotz allem noch nicht der Garant dafür, dass der Lehrbetrieb im gewünschten Jahr auch wirklich eine Lehrstelle anbietet. Um die Firmen nicht mit Bewerbungen zu überschwemmen und mit etlichen Telefonanrufen zu quälen, empfehle ich doch, dass man zur Kontrolle einen Blick in den Lehrstellennachweis (LENA) wirft.

Das Berufbildungsamt geht regelmässig die LEFI-Liste durch und fragt bei den Firmen nach, ob im kommenden Jahr wieder Lehrstellen angeboten werden. Auch, wenn nicht alle Ausbildungsbetriebe antworten und auch nicht alle ihre Lehrstelle im Internet ausschreiben möchten, führt das LENA doch eine stattliche Zahl an Lehrbetrieben. Zudem ist natürlich nicht sicher, dass die ausgeschriebene Lehrstelle auch wirklich noch frei ist.

Bevor man jetzt einfach allen im LENA (oder auch im LEFI) aufgeführten Firmen eine Bewerbung verschickt und sich bei Firma telefonisch erkundigen will, ob die Lehrstelle noch frei ist / ob überhaupt eine frei ist, rate ich doch, sich zuerst etwas mit der Firma auseinanderzusetzen. Versuche die Firma bereits im Vorfeld etwas kennen zu lernen. Hat die Firma eine eigene Internetseite? Kannst du dort herausfinden ob es eine offene Lehrstelle hat? Werden weitere Bewerbungsdokumente wie Eignungstests verlangt? Bietet die Firma Schnuppertage/-wochen an? Gibt es einen „Tag der offenen Türe“? Führt der Betrieb ein eigenes Online-Bewerbungs-Tool, über welches du dich bewerben musst? Wer vom Team ist verantwortlich für die Lernenden?

Nachdem du damit schon einige Fragen beantwortet hast, kannst du das Telefongespräch vorbereiten. Ja, vorbereiten! Hast du dir aufgeschrieben, welche Fragen du stellen möchtest? Warum rufst du an? Woher hast du die Information, dass eine Lehrstelle frei ist, resp. dass eine Schnupperlehre angeboten wird? Versuche deine Fragen etwas zu ordnen, damit du in der Hitze des Gefechts nicht die Hälfte vergisst. Und bist du sicher, dass du ausgerechnet mit dem Handy (am Besten mit 20 Rappen Guthaben oder auslaufendem Akku) am Hauptbahnhof, neben einer Baustelle und lärmenden Strasse mit einem Kaugummi im Mund und 5 Minuten vor Mittagszeit anrufen willst?

Ernsthaft. Überleg dir, wann es zeitlich günstig sein könnte. Kurz vor Mittag oder vor Arbeitsschluss scheinen nicht wirklich ideal. Auch nicht in der Fünf-Minuten-Pause der Schule.

Und wie reagierst du, wenn der Lehrmeister / die Lehrmeisterin gerade einen schlechten Tag erwischt hat, genervt und unter Zeitdruck ist?

Noch ein kleiner Tipp: Notiere den Namen der Gesprächsperson (Hast du den Name nicht verstanden? Hmm… stand der nicht irgendwo im Lehrstelleninserat? Nicht? Dann ungeniert nachfragen!) und verwende ihn am Besten dreimal während des Gesprächs. Es ist nämlich erwiesen, dass der eigene Name zu den am Liebsten gehörten Worten gehört.

À propos „eigener Name“: Wie nimmst Du das Telefon ab, wenn Dich jemand anruft? „Hä!?“, „Hallo!?“, „Wär isch da!?“

Aber gehen wir nun weiter zu den anderen Adressen, wo man noch Lehrstellen finden kann…

 

5.3. Andere Lehrstellen-Plattformen

a) Lehrstellenboerse.ch

Nebst den Lehrstellennachweisen findet man hier das zweitgrösste Angebot an offenen Lehrstellen aus der ganzen Schweiz: www.lehrstellenboerse.ch

b) We-are-ready.ch

Diesen Sommer hat der Verband KV-Schweiz die Plattform www.we-are-ready.ch lanciert.

c) Landwirtschaftliche Berufe

Für Landwirtschaftliche Berufe gibt es z.T. eigene Plattformen:

Go-nature.ch

Biolehrstellen.ch

Landwirtschaftl. Kt. Bern

Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Etc.

d) Lehrstellen-angebot.ch

Auch die Plattform www.lehrstellen-angebot.ch führt Firmen, welche Lehrstellen anbieten.

e) Jobrapido.ch / Brav.ch

Speziell erwähnen möchte ich die Plattformen www.joprapido.ch sowie www.brav.ch

Jobrapido.ch durchsucht verschiedenste Job- und Lehrstellen-Plattformen. Gebe in das Suchfeld einfach den Begriff „Lehre“ oder „Lehrstelle“ (und den gewünschten Beruf) ein und du siehst, welche Lehrstellen kürzlich auf welcher Plattform aufgeführt wurden. Herr Backes von Brav.ch bietet allen Jugendlichen die Möglichkeit, sich für ein Lehrstellen-Mail anzumelden. Brav.ch durchsucht das LENA verschiedener Kantone (noch nicht von allen) und auch unsere Plattform. Wenn eine neue Lehrstelle ausgeschrieben wird, bekommt man automatisch ein E-Mail.

f) Job-Plattformen

Zusätzlich gibt es natürlich eine Vielzahl an Job-Plattformen, in welchen teilweise auch Lehrstellen aufgeführt sind.

www.ostjob.ch / www.gate24.ch / www.twenty4.ch / www.stellen.com / www.stellenlinks.ch / etc.

g) Zeitungen / „Gelbe-Seiten“ / Webseiten von Grossfirmen / etc

Dazu kommen die Inserate in Zeitungen, Job-Plattformen, Gelbe-Seiten, Internetseiten von Firmen etc.

Speziell erwähnen möchte ich dabei auch Aktionen von Zeitungen die meist im Frühling noch Lehrstellengesuche ermöglichen und diese in der Zeitung abdrucken lassen.
Dazu gehören beispielsweise die Basler Zeitung, die Espace Medien Gruppe, die Aargauer Zeitung/Zofinger Tagblatt oder auch die Luzerner Zeitung.

 

5.4. Mitglieder von Berufsverbänden

Eine weitere Möglichkeit ist das Durchkämmen der Mitgliederlisten der Berufsverbände. Dafür ist es natürlich wichtig, dass man weiss, welcher Verband für welchen Beruf zuständig ist. Dies erfährt man hier: Berufsverzeichnis BBT

Vom nationalen Berufsverband aus ist es dann am Sinnvollsten, in die kantonale Sektion zu wechseln und nachzufragen, ob sie nebst der Mitgliederliste sogar eine Lehrbetriebsliste haben. Einige Verbände führen sogar eine eigene Lehrstellenbörse.

So oder so ist es empfehlenswert, die Plattform des zuständigen Verbandes etwas durchzustöbern. Nebst den Informationen zur Berufsausbildung wird vielleicht auch auf einen speziell vorgeschriebenen Eintrittstest (Wird z.B. bei den Laborberufen verlangt) hingewiesen, oder eine Informationsveranstaltung, Berufsmesse hingewiesen.

Hier einige mir bekannte Lehrstellenbörsen von Berufsverbänden:

Aviforum / Berner Schreiner / Informatik Berufsbildung Kt. Bern / Kunststoffverband Schweiz (KVS) / Schreiner / Schweizerische Metall-Union (SMU) / Suissetec / Verband der Schweizer Druckindustrie

 

5.5. Mitglieder von Gewerbevereinen

In der Schweiz gibt es gut 500 regionale Gewerbevereine. Diese wiederum sind Gewerbeverbandsbezirken, dann kantonalen Gewerbeverbänden und schliesslich dem Schweizerischen Gewerbeverband (SGV/USAM) angeschlossen.

Selbst wenn nicht alle Firmen der Region einem Gewerbeverein zugehörig sind, so ist die Chance doch recht gross, dass man Dank den Mitgliederlisten in der Region einen ersten Überblick erhält, welche Firmen möglicherweise auch Lehrstellen anbieten. Wenn diese nicht in Zusammenarbeit mit den kantonalen Gewerbeverbänden eine Berufbildungs- oder Gewerbemesse organisieren, gibt es viele regionale Intitiativen, die den Gewerbevereinen bekannt sein sollten oder gar selbst initiiert wurden. Auch hier führen einige eine eigene Lehrstellenbörse/-liste:

 

BAZ-Lehrstellenbörse

Gewerbeschau Muttenz

Gewerbeverein Muri Gümligen

Gewerbeverein Zofingen

Handwerks- und Gewerbeverein Meilen

Industrieforum Hombrechtikon Feldbach

KMU Verband Winterthur und Umgebung

Pro Emmental

Telematik Cluster Bern (tcbe)

Winterthurer Lehrstellenbörse

Etc.

 

5.6. Veranstaltungen

Abschliessend soll hier noch der Hinweis auf die verschiedenen Berufsmessen, „Tage der offenen Türe“ und ähnliches gegeben werden. Ob an der Zentralschweizer Bildungsmesse, Berufsmesse Zürich, Berufsschau (BL), Basler Berufs- und Bildungsmesse, am Nationalen Tochtertag, der Berner Ausbildungsmesse und all den anderen Ausbildungsmessen und Gewerbeausstellungen die ich hier vergessen habe, bieten sich gute Gelegenheiten mehr über die Berufe zu erfahren und Kontakte zu knüpfen.

Eine weitere gute Plattform ist www.berufsvorbereitung.ch. Nutzt diese Angebote!

Hiermit möchte ich diese „Linksammlung“ abschliessen und hoffe doch einige nützliche Tipps gegeben zu haben – selbst wenn ich hier nicht den Anspruch der Vollständigkeit geltend machen kann.

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