Archive | f) Radio- und Fernsehbeiträge RSS feed for this section

10vor10, 25.10.10: “7000 unbesetzte Lehrstellen”

26 Okt

“Der Mangel an Lehrstellen hat in einen Mangel an qualifizierten Bewerbern umgeschlagen. Defizite unter anderem in Mathematik und räumlicher Vorstellung, oft aber auch zu wenig Motivation sind Ursachen für die Absagen, die die Lehrbetriebe dieses Jahr zu Hauf versenden mussten.”

Videobeitrag: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=1b8306f6-c533-4836-9864-b19cbaac3b69

Was sind Ihre Erfahrungen?

Wie man z.B. dem Lehrstellenbarometer von 2007 entnehmen konnte, waren es damals hochgerechnet noch 3000 unbesetzte Lehrstellen.

In den darauffolgenden Jahren durfte man erfreulicherweise – trotz Krise – eine zunehmende Bereitschaft der Fimen feststellen, Lernende auszubilden.

Es scheint aber, dass diese teilweise in den falschen Berufen/Regionen geschaffen wurden. Oder was meinen Sie?

Andererseits haben die Firmen auch mit den abnehmenden Schulabgängerzahlen zu kämpfen, so dass sich die Firmen dazu gezwungen sehen, Jugendliche aus der Warteschlange (rund 18’500) anzusprechen, wovon 9500 bereits im Vorjahr nach einer Lehrstelle suchten.
(s. PDF-Datei: Seite 9, Lehrstellenbarometer, August 2010)

In den kommenden Jahren werden sich die Firmen aufgrund der weiterhin abnehmenden Schülerzahlen noch mehr gezwungen sehen, aus den vermeintlich schwächeren Jugendlichen der Warteschlange (wovon viele aber auch die Zeit nutzen, um sich einen Vorteil gegenüber den aktuellen SchulabgängerInnen zu verschaffen) zu rekrutieren.

Ich habe oben von den “falschen” Berufen in den falschen Regionen gesprochen. Einige Eltern und Jugendliche haben leider noch nicht erkannt, dass nicht die Jugendlichen vorgeben können, welche Lehrstellen sie möchten, sondern dass der Markt – die Firmen – das Angebot bestimmen, welche Lehrstellen in der Region überhaupt angeboten werden können. Man kann nicht plötzlich 50 neue Spitäler eröffnen, nur weil die Nachfrage nach einem Beruf im Gesundheitswesen so gross ist.

Es ist aber auch den BerufsbildnerInnen nicht gedient, wenn sich Jugendliche dazu gezwungen sehen, einen Beruf zu wählen, für welchen sie schlicht ungeeignet sind und ein Lehrabbruch unvermeidlich wird. Die Quote mit schweizweit rund 20% Lehrvertragsauflösungen u. -wechsel ist schon jetzt viel zu hoch.

Als Vertreter eines poltisch neutralen Vereins steht es mir nicht zu, irgendwelche pauschale Forderungen des SGB nach 10’000 zusätzlichen Lehrstellen zu unterstützen. Es gilt hier zu differenzieren, da es verschiedene Matching-Herausforderungen gibt.
Man sollte je nach Beruf (es gibt bekanntlich über 200) anschauen, ob dafür in der Schweiz geeignete Jugendliche vorhanden sind und wo in der Schweiz diese verteilt sind. Eventuell muss ein Lehrlingsheim geschaffen werden, damit der Nachwuchs in einem entsprechenden Beruf sichergestellt werden kann.
Es soll aber auch berücksichtigt werden, dass es Jugendliche gibt, welche für einen Beruf besonders geeignet wären, für welchen es noch nicht ausreichend Lehrstellen gibt.
Hier geht mein Apell vor allem an Firmen, welche in der Vergangenheit noch nie Lernende ausgebildet haben, zu überlegen, ob sie mit ihrem Unternehmen dazu beitragen können, dass ihr Berufsstand auch langfristig geeignete Nachwuchskräfte rekrutieren kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird die Bereitschaft der Firmen sein – und unter welchen Bedingungen auch immer – Jugendliche im sog. “niederschwelligen” Bereich zu fördern und ihnen in Form von Attestausbildungen (obwohl diese im Vergleich zu den Anlehren schwieriger sind) Einstiegsmöglichkeiten in die Ausbildung zu bieten.

So konnte man gerade Gestern entnehmen, dass berufliche Grundbildung vor Arbeitslosigkeit schützt.

Ich persönlich bin aber trotz meines sozialen Wesens der Ansicht, dass es auf Seiten von Jugendlichen “No-Go’s” gibt und Eltern/Jugendliche erkennen müssen, dass gewisse Grundvoraussetzungen gelten müssen und man sich die Unterstützung/den Goodwill verdienen muss.

Der Markt (Berufsverbände? Firmen? Staat?) haben aber dafür zu sorgen, dass diejenigen, welche gewillt sind, eine Ausbildung in Angriff nehmen können. Und ja, die berufliche Grundbildung in der Schweiz klappt mit einer Abschlussquote von 90% (s. PDF, Seite 14) ganz gut.

Es gibt aber trotzdem noch Verbesserungsmöglichkeiten. Auf allen Seiten.

SF: “Lehrstellen-Frust bei Secondos”

15 Jun

Als Nachtrag zu der bereits im Newsletter und im Blogbeitrag hingewiesenen Studie, noch der Fernsehbeitrag der Tagesschau dazu.

Video-Link: http://videoportal.sf.tv/video?id=703512f5-1282-4ade-8c52-da094d2dad59

Alle Informationen zum 2. interkantonalen Lehrstellentag vom 5. Mai 2010

29 Apr

Am 5. Mai 2010 ist es soweit!

Drei Monate vor Ausbildungsbeginn führen die kantonalen Berufbildungsämter von 9 Kantonen in Zusammenarbeit mit 17 Privatradios den 2. interkantonalen Lehrstellentag durch. Deren Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In diesem Beitrag finden Sie alle Informationen, die Sie benötigen!

Was sind die Hauptziele des Lehrstellentags?

1. Firmen dazu zu bewegen, erstmalig (oder zusätzlich) Lehrstellen / Attestausbildungen zu schaffen.

In erster Linie dient der Lehrstellentag als Aufruf an Firmen, die bisher noch keine Lernende ausgebildet haben – mit dem Hinweis, dass es noch etliche Jugendliche gibt, die bisher keine Lehrstelle gefunden haben.

[so sind z.B. auch bei uns noch über 1000 (!) Gesuche von Jugendlichen geführt, welche drei Monate vor Ausbildungsbeginn alles daran setzen würden, noch eine Lehre in Angriff nehmen zu dürfen!]

Es sollen insbesondere diejenigen Firmen angesprochen werden, welche bisher noch keine Lernenden angeboten haben. Die zuständigen kantonalen Berufbildungsämter werden an diesem Tag Red und Antwort stehen, welche Anforderungen an künftige Berufsbildner/-innen gestellt werden, wie man die Ausbildungsbewilligung erhält und was in den verschiedenen Branchen speziell beachtet werden muss.

Dabei werden auch Fragen bezüglich der Schaffung eines Lehrbetriebsverbundes geklärt und aufgezeigt, dass sich die Ausbildung von Jugendlichen in den meisten Fällen lohnt.

Informationen für Lehrbetriebe und Praktikaanbieter

Ungefähr 60’000 Unternehmen engagieren sich in der Schweiz für die Berufsbildung als Lehrbetriebe. Trotzdem suchen auf den Lehrbeginn 2010 immer noch Jugendliche nach einer Lehrstelle.

Der Lehrstellentag will Unternehmen senibilisieren, aber auch Berufe vorstellen, in welchen es an Nachwuchs fehlt.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen neuen oder zusätzlichen Ausbildungsplatz anbieten?

2. Hilfestellungen für Eltern, Schulen, Jugendliche und Firmen

Zweitens sollen aber auch die Jugendlichen, Eltern, Lehrbetriebe und (noch)-nicht-ausbildenden Firmen Informationen zum Berufbildungssystem erhalten und sich Gehör verschaffen können – z.B. im Falle von Firmen, die zwar Lehrstellen anbieten – bisher aber noch keine Lernenden gefunden haben.

Info Eltern, Schule, Jugendliche

Wie komme ich bis im Sommer 2010 noch zu einer Lehrstelle?

Welche Berufe sind in der Zukunft gefragt? In welcher Branche fehlt der qualifizierte Nachwuchs?

Diese Fragen und einige mehr, werden während des Lehrstellentags beantwortet.
Je nach Kanton und Radio kann man auch ins Studio anrufen und die Fragen direkt stellen.

Die mitmachenden Kantone und Radiostationen:

1. Berufbildungsamt Kanton Aargau + Radio Argovia

2. Berufbildungsamt Kanton Bern + Radio Berner Oberland (*) + Canal3 + Capital FM + neo1 + neo zwei + Energy Bern + RJB

(* das freut mich als (ex-)Iseltwalder sehr…)

3. Berufbildungsamt Kanton Freiburg/Fribourg + Radio Freiburg/Fribourg

4. Berufbildungsamt Kanton Jura + RFJ

5. Berufbildungsamt Kanton Neuchâtel + RTN

6. Berufbildungsamt Kanton Schaffhausen + Radio Munot

7. Berufbildungsamt Kanton Solothurn + Radio 32

8. Berufbildungsamt Kanton Zug + Radio Sunshine

9. Berufbildungsamt Kanton Zürich + Radio 24 + Radio Top

Sie möchten wissen, was auf den Radiostationen läuft?

Unter www.lehrstellentag.ch -> On Air finden Sie alle nötigen Informationen.

Ihr Kanton ist nicht dabei?

Kein Problem – die Jugendlichen in Ihrem Kanton würden sich natürlich auch über zusätzliche Lehrstellen/Attestausbildungen freuen. Kontaktieren Sie für weitere Informationen zur Ausbildungsberechtigung das kantonale Berufbildungsamt und schreiben Sie die Lehrstelle(n) danach doch auch gleich bei uns aus.

Berufbildungsämter in den anderen Kantonen: AI / AR / BL/BS / GE / GL / GR / LU / NW / OW / SG / SZ / TG / TI / UR / VD / VS + FL


———————————————————————————————————————————————-

[persönliche Anmerkungen  – oder weshalb es einen interkantonalen Lehrstellentag braucht]

———————————————————————————————————————————————-

1. Das duale Berufbildungssystem ist eines der erfolgreichsten Ausbildungssysteme! Nur Dank der jahrelangen Bereitschaft der ausbildenden Betriebe ist es möglich, jährlich rund 75’000 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und einen qualitativ vorbildlichen Berufsabschluss zu ermöglichen, der sich auch im Vergleich mit dem Ausland zeigen darf.

2. Diese langjährige Bereitschaft der Ausbildungsbetriebe soll entsprechend gewürdigt werden - und gleichzeitig soll (noch)-nicht-ausbildenden (Gross-)Firmen aufgezeigt werden, dass sich die Ausbildung von Jugendlichen in den meisten Fällen lohnt.

3. Sollen sich die betroffenen Akteure “Berufsbildner/-in” und “Jugendliche” Gehör verschaffen dürfen. Denn Fakt ist, dass dass Lehrstellenangebot in manchen Branchen nicht der Nachfrage entspricht. (Es also je nach Region und Berufsfeld einen Lehrstellen- oder Lernendenmangel gibt)

4. Fakt ist auch, dass in verschiedenen Bereichen ein Umdenken nötig ist / Handlungsbedarf besteht. Dies betrifft z.T. Firmen, aber auch die Jugendlichen/Eltern selbst. Ein paar Stichworte: Fairplay bei der Lehrstellenvergabe, Diskriminierungen, unbegründete Absagen, ungenügende Schlüsselkompetenzen / Qualifikationen der Jugendlichen, zu hohe Quote bei den Lehrabbrüchen, fehlerhafte Standard-Bewerbungen.

5. Matching-Herausforderungen erschweren die Garantie auf eine Lehrstelle / einen Lernenden.

Fakt ist, dass es leider keine Garantie gibt, dass man alleine Dank guter Berufseignung eine Lehrstelle ergattern kann. Auch nützen 100 “überzählige” Lehrstellen bei den kompetentesten Fleischfachmännern und-frauen nichts, wenn die Nachfrage fehlt (wie auch im Baugewerbe sichtbar).

Zu den drei grundlegenden Matching-Herausforderungen zähle ich:

(1) Ort der Lehrstelle <-> Ort des Jugendlichen

[Stichworte: Mobilität, Lehrlingsheime, etc.]

(2) Art/Anzahl der angebotenen Lehrstellen <-> Art/Anzahl der gesuchten Lehrstellen

[aufgezwungene Berufswahl/Flexibilität, Lehrvertragsauflösungen, Markt bestimmt Angebot, je nach Region und Beruf Mangel an Lernenden oder Lehrstellen, zusätzliche Herausforderung wegen abnehmenden Schülerzahlen bis ins Jahr 2018]

(3) Anforderungen für den Beruf <-> Qualifikationen für den Beruf

[Fehlende Berufseignung, mangelnde Schlüsselkompetenzen , zu hohe Anforderungen von Seiten der Berufsverbände?, fehlende Lehrstellen im niederschwelligen Bereich?, etc]

Weitere Informationen dazu unter diesem Link.

6. Kurz(sichtig)er Ausblick: Was passiert mit den Jugendlichen ohne Lehrstelle?

Was passiert mit den Lehrabgänger/-innen ohne Berufseinstiegsmöglichkeit?

In manchen Bereichen muss ein Umdenken stattfinden.

Es kann und darf nicht im Interesse der Schweizer Wirtschaft sein, dass “unsere” Jugendlichen ohne Ausbildung bleiben oder keine Berufseinstiegsmöglichkeiten geboten werden. Müssen hier wirklich die Sozialwerke die Lösung sein?

Sicher – es darf auch nicht angehen, dass langjährige Ausbildungsbetriebe vergrault werden, dadurch, dass diesen Jugendliche aufgebürdet werden, welche nicht einmal Sie, geschätze/-r Leser/-in, einstellen und in den nächsten 3-4 Jahren beschäftigen/ausbilden würden.

Darum, liebe Eltern: Sorgen Sie dafür, dass auch Sie die Hand für Ihren Sohn/Ihre Tochter ins Feuer legen können.

Tue ich Ihnen Unrecht? Dann entschuldige ich mich und weise Sie darauf hin, dass es in der Schweiz eine Vielzahl an Möglichkeiten und kompetenten Beratungsstellen gibt, die helfen, auch in einer noch so aussichtslosen Situation eine sinnvolle Alternative oder Überbrückungsmöglichkeit zu schaffen. Helfen Sie mit die Absagen zu verdauen und auch dann, wenn Sie erkennen, dass die Nachfrage für einen bestimmten Beruf in Ihrer Region schlicht zu gross ist – und es besser wäre, einen anderen Weg einzuschlagen. Sie haben alles in Ihrer Macht stehende gemacht und kommen trotzdem nicht weiter?

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass in manchen Fällen von Lehrstellenmangel oder gar Diskriminierung bei der Lehrstellenvergabe gesprochen werden muss. Aber dann nutzen Sie doch diesen Lehrstellentag und unterstützen Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter, indem Sie aktiv werden – der Öffentlichkeit in Ihrer Region zeigen, dass er/sie eine Lehrstelle verdient hat.

Eine weitere Hilfe bieten wir Ihnen auf unserer Plattform www.bildet-mich-aus.ch – Da kann er/sie kostenlos auf sich aufmerksam machen. Das alleine reicht natürlich noch nicht aus – aber mit Ihrer Hilfe schaffen wir es, noch mehr potentielle Lehrbetriebe auf Ihre Tochter/Ihren Sohn aufmerksam zu machen.

Das “Schöne” am Berufsbildungsystem ist, dass 97% der Lehrstellen in kleinen und mittelgrossen – also oft familiären – Lehrbetrieben angeboten werden. Viele der Berufsbildner/-innen haben selbst Kinder und drücken bei den 16-20 Jährigen oftmals ein oder zwei Augen zu. Bieten weitere Chancen. Irgendwo müssen aber berechtigterweise Grenzen gesetzt werden. Das ist verständlich.

Dennoch bitte ich Sie, liebe Berufsbildner/-innen, sich nicht zu stark vom Bild der Jugend in der Öffentlichkeit täuschen zu lassen. Es gibt in der Tat noch Jugendliche, die es mehr als verdient hätten, eine Lehrstelle zu ergattern. Vielleicht sind auch Jugendliche dabei, bei welchen der “Knopf” noch nicht richtig aufgegangen ist oder sie haben noch private Probleme, die sie mit sich herumtragen müssen – aber dennoch/gerade deshalb haben auch diese Jugendlichen Hilfe verdient (wenn sie sich helfen lassen und im Elternhaus zu wenig Unterstützung erhalten).

Werfen Sie deshalb bitte regelmässig einen (oder mehrere) Blick(e) auf die bei uns geführten Jugendlichen – Ich bin überzeugt, dass es hier viele, sehr viele Jugendliche gibt, die einsatzfreudig, höflich, selbstständig, teamfähig, zuverlässig, lernwillig, pünktlich, ausdauernd und verantwortungsbewusst sind. Jugendliche, die motiviert wären und alles daran setzen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern – bisher aber zu selten die Möglichkeit hatten, in einem Vorstellungsgespräch oder Probe-Arbeiten von sich zu überzeugen.

Überzeugen Sie sich selbst!

Klicken Sie auf http://www.lehrstellenboerse.ch und die Rubrik “Gesuche”

Nationale Integrationswoche «Blickwechsel»: Bundespräsidentin Doris Leuthard zu Besuch im Arbeitsintegrationsprojekt HEKS-KICK

26 Mär

Beitrag 10vor10, 25.03.2010: Doris Leuthard trifft Jugendliche

Heute ergab sich für Bundespräsidentin und Wirtschaftsministerin Doris Leuthard die Gelegenheit, betroffene Jugendliche zu befragen, die keine Stelle finden. Der Anlass war die Aktion Blickwechsel, organisiert vom Hilfswerk Heks.

Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung HEKS

Zeitungsartikel: Berner Zeitung

Disziplinprobleme bei Lehrlingen (Schweizer Fernsehen, 10vor10)

8 Feb

“Jedes Jahr lösen in der Schweiz Schätzungen zu Folge rund 17′ 000 Lehrlinge ihren Lehrvertrag auf. Experten orten Disziplinprobleme: Viele Lehrlinge gehen Problemen aus dem Weg, sind nicht kritikfähig. Einige scheitern gar schon bei der Bewerbung.”

Lehrbetriebe hoffen auf Bildungstest (SF Tagesschau)

25 Jan
Der Schweizerische Gewerbeverband kritisiert das Bildungsniveau in der Schweiz. «Aus Sicht der Lehrbetriebe sind immer weniger Schulabgänger in der Lage, eine berufliche Grundbildung erfolgreich abzuschliessen», sagt Direktor Hans-Ulrich Bigler gegenüber der Zeitung «Sonntag». Jede fünfte vorhandene Lehrstelle könne deshalb nicht besetzt werden. Ein landesweit durchgeführter Test soll nun helfen, das zu ändern.
Zum kompletten Artikel mit Kommentaren geht’s hier:

“Lehrstellen-Rekord trotz Wirtschaftskrise”

13 Dez

Trotz heftiger Wirtschaftskrise hat es in der Schweiz noch nie so viele Lehrstellen gegeben wie im Jahr 2009. Das erklärt Ursula Renold, die neue Direktorin des Bundesamtes für Bildung und Technologie.

In einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» führte Renold das erstaunliche Ergebnis darauf zurück, dass «Kantone und Unternehmer auf die schlechte Wirtschaftslage vorbildlich reagiert haben».

Selbst wenn es in nächster Zeit zu einer Verschlechterung auf dem Lehrstellenmarkt kommen sollte, ist Renold überzeugt: «Wir werden bald zu wenig Lernende haben und uns um sie streiten», da die Zahl der Lernenden zwischen 2011 und 2018 um jährlich rund acht Prozent abnehmen werde. Das werde zu einem Wettkampf unter den Firmen führen: «Nur wer den Jungen eine Perspektive bieten kann, wird zum Zug kommen». (sf/buet)

Quelle: Schweizer Fernsehen, Tagesschau: “Lehrstellen-Rekord trotz Wirtschaftskrise”

Weitere Beiträge rund um den Schweizer Lehrstellenmarkt:

Radio DRS: “So viele Lehrstelle wie noch nie” (13.12.09)

Blick: “Noch nie gab’s so viele Lehrstellen” (13.12.09)

Tagesanzeiger: “KV-Lehre bleibt der absolute Renner” (24.11.09)

Tagesanzeiger: “Zunahme der Lehrstellen um 10 Prozent” (03.11.09)

Neue Zürcher Zeitung: “Genug Lehrstellen, aber Leere nach der Lehre” (27.10.09)

Neue Zürcher Zeitung: “Stabiler Lehrstellenmarkt trotz Wirtschaftskrise” (26.10.09)

Tagesanzeiger: “Tausende Lehrstellen nicht besetzt” (26.10.09)

Neue Zürcher Zeitung: “Der sichere Beruf ist eine Illusion” (19.10.09)

Neue Zürcher Zeitung: “Ausgebliebene Krise auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt” (14.10.09)

Lehrlingsmangel im Baugewerbe (Schweizer Fernsehen, Schweiz aktuell)

6 Nov

“Im letzten Monat ist die Arbeitslosigkeit auf vier Prozent gestiegen. Die Jungen Stellensuchenden machen weiterhin eine grosse Zahl aus. Doch im Kanton Thurgau zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Auf eine Lehrstelle, beispielsweise als Heizungsinstallateur, gibt es teilweise nur eine Bewerbung. Trotzt Krise auf dem Arbeitsmarkt müssen gewisse Firmen ihre Lehrlinge richtiggehend suchen. Ein Bericht von Simon Christen.”

Tag der Berufsbildung: Festansprache von Frau Bundesrätin Doris Leuthard

26 Okt

Nach der Lehrstellenkonferenz von Heute Vormittag mit dem Bekenntnis den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen (Zusatzinfo: Radiobeitrag DRS) anzupacken, wurden Heute Nachmittag am Tag der Berufsbildung die Teilnehmer/-innen der Berufsweltmeisterschaften in Calgary gefeiert und Frau Bundesrätin Leuthard hielt folgende Festansprache

Entnommen aus: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=29674

Sehr geehrte Damen und Herren

  1. Ich freue mich, mit Ihnen zusammen den Tag der Berufsbildung zu feiern. Selbstverständlich sind solche Feiern in der heutigen wirtschaftlichen Situation nicht. Aber wir wollen damit auf 3 Faktoren aufmerksam machen:
  2. Die Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt ist wichtig. Wir offerieren mit der Berufsbildung eine ganze Palette von Angeboten und zusammen mit den Unternehmen die entsprechenden Stellen. Gerade in der Krise ist es wichtig, diese Angebote aufrecht zu halten.
    Bildung ist ein wichtiges Element für den Wirtschafts-Standort Schweiz. Ohne Bildung gibt es keine praxisorientierten Kader.
  3. Die Schweiz ist Spitze! In Calgary hat das Schweizer Team an den Berufsweltmeisterschaften erneut Spitzenplätze belegt. 7 Gold-, 2 Silber-, 5 Bronzemedaillen, 16 Diplomen. Damit sind wir die weltweit zweitbeste Nation; in Europa sind wir die Besten!

Und das hat seine guten Gründe:

  • Das neue Berufsbildungsgesetz von 2002 hat zu einer eigentlichen Modernisierung der Berufsbildung geführt. Inzwischen sind bereits über 72 Berufe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis reformiert worden. Es sind zahlreiche neue Berufsbilder entstanden. Besonders freut es mich, dass wir im niederschwelligen Bereich bereits über 23 zweijährige berufliche Grundbildungen anbieten können, bis 2012 werden es 42 sein.
  • In den letzten Jahren haben wir grosse Anstrengungen unternommen, um den Lehrstellenmarkt zu stabilisieren. Der Lehrstellenmarkt ist trotz Krise bei einem Angebot von 87`000 Stellen stabil geblieben. Heute verfügen alle Kantone über ein Instrumentarium an Massnahmen im Bereich der Lehrstellenförderung, des Coaching/Mentorings und des Case Management Berufsbildung. Damit können wir die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II von heute knapp 90% bis 2013 auf 95% erhöhen.
  • Das lebenslange Lernen ist Realität. Mit der höheren Berufsbildung verfügen wir über eine Bildungsstufe auf Tertiärniveau, welche eine Fülle von Bildungsangeboten bereithält, die auf Fach- und Führungsfunktionen vorbereiten. Ausserdem verfügen wir heute über die Grundlagen, die gemachten Erfahrung als Ausbildungszeit anzurechnen. Ein Instrument, das es unter anderem ermöglicht, das Potenzial der Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger auszuschöpfen.

Dynamische Entwicklung – Herausforderungen für die Berufsbildung

Ich bin mir bewusst, dass die Berufsbildung nicht nur Fans, sondern auch Kritiker hat. Ich weiss auch, die Lehrmeister müssen sich ständig den neusten Entwicklungen anpassen. Aber deswegen die Berufsbildung über Bord zu werfen, wie das von professoraler Seite empfohlen wird, halte ich für übertrieben. Die Leistungen der Jugendlichen in Calgary und in den Betrieben, das Engagement der Eltern während der Lehrjahre ihrer Söhne und Töchter und die hohe Bereitschaft der Unternehmer, ihre Fachkräfte selber auszubilden, strafen diese Kritiker Lügen. Wer aus dem Elfenbeinturm herab die duale Berufsbildung als ,Auslaufmodell” abqualifiziert, verkennt unsere Realitäten.

Wer handwerkliches Können wissenschaftlich verbrämen und mit einer hohen Maturitätsquote universitarisieren will, der kennt die Bedürfnisse der Wirtschaft nicht. Oder brauchen wir in der Betreuung von Kranken oder in der Garage reine Akademiker? Ich meine Nein: Entscheidend ist nicht der Titel; entscheidend ist das Können, die Qualität der Ausbildung, die Motivation der Jugendlichen. Die Jugend muss von ihrem Beruf überzeugt sein und das Handwerk beherrschen. Denn die Berufsbildung ist ein wichtiger Eckpfeiler unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Wer gründet die meisten Unternehmen in der Schweiz? Es sind in erster Linie jene Fachfrauen und Fachmänner, die sich nach einer Berufsausbildung kontinuierlich weiterbilden und etwa realisieren wollen.

Natürlich müssen wir uns auf Entwicklungen und Trends vorbereiten.

  • Die demographische Entwicklung wird uns, in Kombination mit dem Trend zur Hochschul-Bildung, vor grosse Probleme stellen. Einerseits werden wir aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge bis 2018 12% weniger Schulabgänger haben. Andererseits stelle ich eine ungesunde Entwicklung hin zu einer Erhöhung der Maturitätsquote fest. Das wiederum führt zu einer Lehrstellen-Selektion nach oben; die schulisch Schwächeren bleiben auf der Strecke.
  • In den letzten Jahren hat die Wirtschaft einen noch nie dagewesenen Wandel erlebt. Die technologische Entwicklung hat sich enorm auf die Berufsbildung ausgewirkt. Neue Berufe wie beispielsweise in der Informationstechnologie oder im Gesundheitswesen sind entstanden. An der Lehrstellenkonferenz von heute Morgen haben wir zum Beispiel beschlossen, dass bereits ab 2011 Pilotprojekte für die neue zweijährige Grundbildung ,Praktiker Gesundheit und Betreuung” durchgeführt werden sollen. Damit werden auch im niederschwelligen Bereich eidgenössisch anerkannte Berufe geschaffen, wo bis vor Kurzem die Leute individuell on the job ausgebildet worden sind. Wir werden in diversen Bereichen Lerninhalte an die neuen technologischen Entwicklungen anpassen müssen.
  • Eine stete Herausforderung für die Berufsbildung sind neue Märkte wie beispielsweise im Bereich der Umwelt. Die OECD investiert in greenjobs. Die Zukunft heisst CleanTech. Das Bundesministerium für Umwelt in Berlin rechnet in diesem Bereich mit einem weltweiten jährlichen Wachstum von 15% bis 30%. Deshalb scheint es mir wichtig, dass Fachwissen über Umwelt, Ressourcen und Energie verstärkt vermittelt und so der Teppich für ein Grundverständnis gelegt wird. Gelingt uns dies nicht, fehlen uns später die Fachleute und die Schweiz verpasst den Anschluss an zukünftige Märkte.
  • Die rasant vorwärts schreitende Internationalisierung führt zu einer höheren Mobilität der Arbeitnehmenden. Für unsere schweizerische Berufsbildung besteht die Gefahr, dass unsere Abschlüsse – insbesondere im Bereich der höheren Berufsbildung – international nicht die gebührende Anerkennung erhalten. Ich will die höhere Berufsbildung stärken. Ich will, dass diese Fachleute dieselbe Anerkennung erhalten wie Hochschul-Absolventen.
  • Bildungswege zu bekämpfen bringt nichts. Wir müssen vielmehr die verschiedenen Bildungskanäle optimieren. Wir brauchen ein System, das sowohl schulisch Schwächeren als auch Hochbegabten Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Wir brauchen die optimale Verknüpfung mit dem Arbeitsmarkt und eine bezahlbare, attraktive höhere Berufsbildung. Nur so kann jede und jeder den persönlichen Weg wählen. Nur so verfügt die Wirtschaft auch in Zukunft über adäquat ausgebildete Berufsleute auf allen Stufen.

Gemeinsam Lorbeeren von morgen sichern

Meine Damen und Herren, es ist mir bewusst, dass trotz unseres guten Systems viele Jugendliche derzeit nach der Lehre keine Anstellung finden. Die Konjunktur schlägt hier am meisten durch. Ich setze alles daran, den Unternehmen bessere Bedingungen zu verschaffen, damit die Auftragsbücher raschmöglichst wieder voll werden. Für diejenigen, die es trotzdem trifft, empfehle ich die Zeit zu nutzen für die Weiterbildung. Nach einem Hin und Her hat das Parlament die Gelder für Finanzhilfen gesprochen. Damit investiert ihr in die Zukunft, in die Verbesserung eurer Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wir müssen uns besonders anstrengen, wenn wir weiterhin an der Spitze bleiben wollen. Andere Staaten holen auf. Wer wie Indien in der Lage ist, ein 1700-Euro-Auto zu bauen, der hat ebenfalls gute Berufsleute. Wer wie China ein hohes und nachhaltiges Wachstum erwirtschaftet, tut dies nicht nur auf dem Buckel der Wanderarbeiter – der braucht Fachkräfte. Noch sind wir besser: Also machen wir uns gemeinsam stark für die Berufsbildung. Zeigen wir den Jungen, was man alles erreichen kann, überzeugen wir die Professoren von der Qualität. Mit Ihren Höchstleistungen auf nationaler und internationaler Ebene und sind Sie meine besten Botschafter!

Es gilt das gesprochene Wort !

Herausgeber:

Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement
Internet: http://www.evd.admin.ch

10 vor 10: “Crashkurs für Lehrlinge”

19 Aug

Ich wurde soeben auf einen Fernsehbeitrag in der Sendung “10 vor 10″ vom Schweizer Fernsehen aufmerksam gemacht.

Das Thema: “Crashkurs für Lehrlinge”

“Für Tausende Jugendliche hat in diesen Tagen der Einstieg ins Berufsleben begonnen. Statt die Schulbank zu drücken, werden jetzt neue Fähigkeiten gewünscht. Damit sich die Lehrlinge auf ihren neuen Alltag besser einstellen können, organisiert eine Elektronikfirma jeweils eine Seminarwoche in den Bergen. Dort lernen die neuen Lehrlinge anzupacken.”

10 vor 10 vom 14.08.2009 um 21:50 Uhr

http://videoportal.sf.tv/video?id=cbbbf21e-8567-4e3d-95e3-7b781223d164

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 2.456 Followern an