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Archiv der Kategorie: a) BBT

Lehrstellensituation im Juni 2010 (BBT)

Bern, 08.07.2010 – Rund zwei Monate vor Lehrbeginn 2010 präsentiert sich der Lehrstellenmarkt stabil. Gemäss der monatlichen Umfrage des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT bei den Kantonen ist die Lehrstellensituation auch im Juni 2010 mit der Vorjahresperiode vergleichbar.

Quelle: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=34212

Die eingeholten Trendmeldungen spiegeln folgende Tendenzen:

  • Die Westschweiz und das Tessin befinden sich noch bis Ende August in der Rekrutierungsphase. In der Deutschschweiz wurde ein grosser Teil der Lehrstellen bereits vergeben.
  • Trotz ausgeglichener Lehrstellensituation entspricht das Lehrstellenangebot in verschiedenen Berufsbereichen nicht immer der Nachfrage.
  • Jugendliche mit sozialen oder schulischen Defiziten haben nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden.
  • Für Anbieter von Ausbildungsplätzen in beruflichen Grundbildungen mit hohen Anforderungsprofilen gestaltet sich die Rekrutierung von geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zunehmend schwieriger.

Kantonale Massnahmen

Die Kantone begegnen den genannten Tendenzen mit gezieltem Lehrstellenmarketing, Lehrstellennachweisen, Brückenangeboten und individueller Begleitung von Jugendlichen (z.B. Case Management Berufsbildung). Kurz vor den Sommerferien unternehmen sie zusätzliche Anstrengungen, um die verbleibenden Lehrplätze an interessierte Jugendliche zu vermitteln. Beispiele sind die Projekte: “Lehrstelle JETZT“ (Kt. AG), speed dating (Kt. GE), Lehrstellenvermittlung “hotbiz” (Kt. SH), “Endspurt” (Kt. SZ) und andere. Zudem haben zahlreiche Kantone den Einsatz von Lehrstellenförderinnen resp. Lehrstellenförderer verstärkt.

Basel-Stadt und Basel-Landschaft wollen nebst laufenden Massnahmen zur Unterstützung von schwächeren Lehrstellensuchende gleichermassen auch leistungsstarke Jugendliche für den Weg der Berufsbildung motivieren. Unter www.berufsmaturbb.ch informiert die Kampagne „Mit der Lehre zur Matur“ über die Chancen und Karrieremöglichkeiten der Berufsbildung. Sie zeigt Jugendlichen auf, dass die zwei Bildungswege – Gymnasium und Berufslehre – gleichwertig sind und beide Abschlüsse ein späteres Studium an einer Universität oder ETH ermöglichen.

Noch freie Lehrstellen

Gemäss Kantonsangaben sind regional noch in diversen Berufsfeldern Lehrstellen offen. Unter www.berufsberatung.ch zeigt der Lehrstellennachweis LENA, welche Lehrstellen in den jeweiligen Kantonen zu vergeben sind. Insbesondere das Bauhaupt- und Baunebengewerbe, die Holz- und Metallindustrie sowie die Landwirtschaft bieten auf Lehrbeginn 2010 weiterhin freie Ausbildungsplätze an.

Adresse für Rückfragen:

Dani Duttweiler, Berufsbildung, Tel. 031 324 73 47, dani.duttweiler@bbt.admin.ch
Tiziana Fantini, Kommunikation, Tel. 031 323 04 59, tiziana.fantini@bbt.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/
 
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Geschrieben von - Juli 8, 2010 in a) BBT

 

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Kosten und Nutzen von zweijährigen beruflichen Grundbildungen aus Sicht der Betriebe

Kosten und Nutzen von zweijährigen beruflichen Grundbildungen aus Sicht der Betriebe: erste wissenschaftliche Datenerhebung liegt vor

Quelle: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=33788

Bern, 21.06.2010 – Der produktive Nutzen von Lernenden einer zweijährigen beruflichen Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA) übersteigt im Schnitt die Ausbildungskosten der Betriebe. Zwischen den untersuchten Berufen bestehen erhebliche Unterschiede im durchschnittlichen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Grundsätzlich ist der Nettonutzen leicht tiefer als der für die drei- und vierjährigen beruflichen Grundbildungen mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) ermittelte Wert. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB im Auftrag des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT durchgeführt hat.

Anders als für die drei- und vierjährigen beruflichen Grundbildungen lagen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis aus Sicht der Betriebe für die neuen zweijährigen beruflichen Grundbildungen bisher keine Zahlen vor. Die vorliegende Studie präsentiert erstmals wissenschaftlich fundierte Daten zu elf EBA-Berufen, die zwischen 2005 und 2007 eingeführt wurden. Die Analysen beruhen auf Angaben von 409 Betrieben in den ganzen Schweiz.

Die Resultate zeigen, dass ausbildende Betriebe bei Bruttokosten von CHF 54’746 und produktiven Leistungen der Lernenden von CHF 55’164 über zwei Jahre im Schnitt einen Nettoertrag von CHF 418 erzielen. Das jährliche Kosten-Nutzen-Verhältnis ist mit den drei- bzw. vierjährigen beruflichen Grundbildungen vergleichbar. Für Betreibe ist es grundsätzlich möglich, EBA-Lernende in betriebswirtschaftlich tragbarer Weise auszubilden. Zwischen den einzelnen EBA-Berufen zeigen sich jedoch grosse Unterschiede. Es gibt Berufe, die hohe Nettokosten aufweisen (Automobilassistent/in, Berufe im Gastgewerbe), aber auch Berufe, bei denen der Nutzen die Kosten klar übersteigt (Reifenpraktiker/in, Logistiker/in, Detailhandelsassistent/in). Die Differenzen sind hauptsächlich auf die Höhe der produktiven Leistungen sowie die unterschiedlichen Löhne der Lernenden zurückzuführen. Tendenziell dürften die Bruttokosten für die EBA-Ausbildungen in Zukunft etwas sinken, da für die Betriebe Startaufwände wie Planung und Koordination erstmaliger Ausbildungsgänge wegfallen.

Günstige Rahmenbedingungen schaffen

Die schweizerische Berufsbildung zeichnet sich durch einen hohen Arbeitsmarktbezug aus. Ausgebildet wird, wo eine Nachfrage nach entsprechenden Qualifikationen in der Arbeitswelt besteht. Der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe kommt daher eine hohe Wichtigkeit zu. Das betriebliche Kosten-Nutzen-Verhältnis ist ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung eines Betriebs, sich in der beruflichen Grundbildung zu engagieren.

Das BBT setzt sich gemeinsam mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt für eine hoch stehende Berufsbildung und ein ausreichendes Lehrstellenangebot ein. Seit dem Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes 2004 wurden bei den hauptsächlich praktisch ausgerichteten zweijährigen beruflichen Grundbildungen bis heute insgesamt 29 Berufsbilder geschaffen, die den Absolventinnen und Absolventen einen eidgenössisch anerkannten Abschluss ermöglichen und damit zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt beitragen.

Adresse für Rückfragen:

Dr. Hugo Barmettler, Leiter Berufsbildung BBT, Tel. 031 323 20 29, hugo.barmettler@bbt.admin.ch
Dr. Juerg Schweri, Leiter Forschungsschwerpunkt “Steuerung der Berufsbildung” EHB, Tel. 031 910 37 82, Juerg.Schweri@ehb-schweiz.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/
 
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Geschrieben von - Juni 21, 2010 in a) BBT, [11] STUDIEN

 

Lehrstellenbarometer April 2010: Situation stabil

Bern, 15.06.2010 – Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt im April 2010 ist mit derjenigen vom April des Vorjahres vergleichbar. Das Verhältnis zwischen dem Lehrstellenangebot seitens Unternehmen und der Nachfrage bei den Jugendlichen ist trotz angespannter Wirtschaftslage konstant geblieben. Das zeigen die Hochrechnungen des Lehrstellenbarometers, die das LINK-Institut seit 1997 im Auftrag des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT erhebt.

Quelle: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=33683

Am Stichtag, dem 15. April 2010, interessierten sich 77’000 Jugendliche (2009: 79’000) für eine Lehrstelle. Die Unternehmen meldeten ein Angebot von 76’000 Lehrstellen (2009: 78’500). Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist davon auszugehen, dass die Dynamik auf dem Lehrstellenmarkt bis im Sommer 2010 zu einer weiteren Erhöhung des Angebots an Lehrstellen führt (2009: + 8500 Lehrstellen). Diese Angebotsausweitung ist erforderlich, da in der Regel in diesem Zeitraum die Nachfrage nach Lehrstellen nochmals steigt. Gründe dafür sind Umorientierungen seitens der Jugendlichen und die erst im Frühjahr stärker einsetzenden Lehrstellenrekrutierungen in der Romandie und im Tessin.

Eine Zusage für eine Lehrstelle hatten am Stichtag 52’000 Jugendliche. Das sind 1000 weniger als im letzten Jahr. Auf Seiten der Unternehmen gelten 56’000 (2009: 56’500) Lehrstellen als definitiv vergeben. Die Anzahl der Jugendlichen, die noch keine Zusage erhalten haben und sich ausschliesslich für eine Lehrstelle interessieren, ist gegenüber dem Vorjahr von 19’000 auf 18’500 gesunken. Die Unternehmen melden hochgerechnet 20’000 noch offene Lehrstellen (2009: 22’000). Damit übertrifft das Angebot an offenen Lehrstellen 2010 die Nachfrage seitens der Jugendlichen um 1500 (2009: 3000).

Geringfügige Angebotsüberhänge verzeichnen die Bereiche „Architektur und Baugewerbe“, „Technische Berufe“ und „Landwirtschaft“. In den Branchen „Verkauf“, „Druck, Design und Kunstgewerbe“ sowie „Dienstleistungen“ übersteigt das Interesse der Jugendlichen das noch bestehende Angebot an Lehrstellen deutlich.

Gesamthaft standen am 15. April 2010 135’500 (2009: 137’000) Jugendliche vor der Ausbildungswahl. Davon interessierten sich rund 57 Prozent für eine Lehrstelle. Dies ist 1 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Die Abnahme dürfte auf den demographischen Rückgang bei den Schulabgänger/innen zurückzuführen sein.

Die detaillierten Ergebnisse des Lehrstellenbarometers vom April 2010 werden Ende Juni auf www.bbt.admin.ch publiziert.

Lehrstellenbarometer April 2010 (PDF-Datei)

Adresse für Rückfragen:

Hugo Barmettler, Leiter Berufsbildung, Tel. 031 323 20 29, hugo.barmettler@bbt.admin.ch
Tiziana Fantini, Kommunikation, Tel. 031 323 04 59, tiziana.fantini@bbt.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/
 
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Geschrieben von - Juni 15, 2010 in a) BBT

 

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Lehrstellensituation im Mai 2010 (BBT)

Bern, 08.06.2010 – Gemäss der monatlichen Umfrage des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT bei den Kantonen präsentiert sich die Lehrstellensituation stabil. Wie bereits im April ist das Lehrstellenangebot auch im Mai 2010 mit der Vorjahresperiode vergleichbar.

Quelle: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=33504

Weiterhin zeichnen sich folgende Tendenzen ab:

  • Für Anbieter von Ausbildungsplätzen in beruflichen Grundbildungen mit hohen Anforderungsprofilen gestaltet sich die Rekrutierung von geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zunehmend schwieriger.
  • Trotz ausgeglichener Lehrstellensituation entspricht das Lehrstellenangebot in verschiedenen Berufsbereichen nicht immer der Nachfrage.
  • Jugendliche mit sozialen oder schulischen Defiziten haben nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Zweijährige berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest

Um den letztgenannten Tendenzen entgegen zu wirken, stützen die Kantone das Lehrstellenangebot permanent mit Massnahmen zur Lehrstellenförderung. Beispielsweise werden seit mehreren Jahren Lehrstellenförderer eingesetzt, um Lehrstellen bei den zweijährigen beruflichen Grundbildungen (Attest-Lehrstellen) zu schaffen. Diese ermöglichen schulisch Schwächeren oder Jugendlichen, die bewusst eine kürzere Ausbildung und ein einfacheres Anforderungsprofil suchen, einen anerkannten eidgenössischen Abschluss mit einem eigenständigen Ausbildungsprofil sowie den Anschluss an eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Gemeinsam mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt hat das BBT von 2005 bis heute insgesamt 29 zweijährige berufliche Grundbildungen mit Eidgenössischem Berufstattest EBA neu geschaffen. Bis 2013 folgen 20 weitere Angebote. Gemäss den neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik BFS schlossen in der Zeit von 2006 bis 2009 rund 7000 Jugendliche ihre zweijährige berufliche Grundbildung mit Erfolg ab.

Qualitative und quantitative Evaluationen

Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB hat erstmals eine Studie zu Kosten und Nutzen von zweijährigen beruflichen Grundbildungen aus Sicht der Betriebe durchgeführt. Daraus geht hervor, dass sich Kosten und Nutzen durchschnittlich knapp die Waage halten. Der Schlussbericht wird demnächst veröffentlicht. Ende Dezember wird zudem eine Evaluationsstudie zu den zweijährigen Grundbildungen aus Sicht der Lernenden, der Berufsbildungsverantwortlichen und der Arbeitgebenden vorliegen.

Adresse für Rückfragen:

Hugo Barmettler, Leiter Berufsbildung, Tel. 031 323 20 29, hugo.barmettler @bbt.admin.ch
Tiziana Fantini, Kommunikation, Tel. 031 323 04 59, tiziana.fantini@bbt.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/
 
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Geschrieben von - Juni 8, 2010 in a) BBT

 

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Lehrstellensituation im April 2010 (BBT)

Bern, 07.05.2010 – Gemäss der monatlichen Umfrage des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) bei den Kantonen präsentiert sich die Lehrstellensituation stabil. Wie bereits im März ist das Lehrstellenangebot auch im April 2010 mit der Vorjahresperiode vergleichbar.

Quelle: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=32981

Für die stabile Situation auf dem Lehrstellenmarkt sind folgende Faktoren massgebend verantwortlich:

  • Nach 15 Wachstumsjahren ist die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger seit 2009 rückläufig.
  • Trotz angespannter Wirtschaftslage investieren die Betriebe konsequent in die Ausbildung von Lernenden und streichen keine Lehrstellen aufgrund kurzfristiger Rentabilitätsüberlegungen.
  • Alle Kantone stützen das Lehrstellenangebot weiterhin mit Massnahmen zur Lehrstellenförderung. Beispielsweise durch den Einsatz von Lehrstellenförderern, um zusätzliche Lehrstellen in den Gesundheitsberufen und bei den zweijährigen beruflichen Grundbildungen zu schaffen.

Ungeachtet der ausgeglichenen Lehrstellensituation entspricht das Lehrstellenangebot jedoch in verschiedenen Berufsbereichen nicht immer der Nachfrage. Jugendliche mit sozialen oder schulischen Defiziten haben nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden. Für Anbieter von Ausbildungsplätzen in beruflichen Grundbildungen mit hohen Anforderungsprofilen gestaltet sich die Rekrutierung von geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zunehmend schwieriger.

Noch offene Lehrstellen

Generell sind gemäss Kantonsangaben zum jetzigen Zeitpunkt noch in allen Berufsfeldern Lehrstellen offen. Besonders begehrt sind Ausbildungsplätze in den Bereichen Gesundheit (Fachfrau / Fachmann Gesundheit), Detailhandel und kaufmännische Grundbildung. Angebotsüberhänge verzeichnen insbesondere das Bauhaupt- und Baunebengewerbe, die Holz- und Metallindustrie sowie die technischen Berufe. Nach wie vor gross ist die Nachfrage nach Lehrstellen im niederschwelligen Bereich (2-jährige berufliche Grundbildungen mit eidgenössischem Berufsattest EBA).

Adresse für Rückfragen:

Hugo Barmettler, Leiter Berufsbildung, Tel. 031 323 20 29, hugo.barmettler @bbt.admin.ch
Carmen Steimann, Kommunikation, Tel. 031 322 58 84, carmen.steimann @bbt.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/
 
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Geschrieben von - Mai 7, 2010 in a) BBT

 

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Alle Informationen zum 2. interkantonalen Lehrstellentag vom 5. Mai 2010

Am 5. Mai 2010 ist es soweit!

Drei Monate vor Ausbildungsbeginn führen die kantonalen Berufbildungsämter von 9 Kantonen in Zusammenarbeit mit 17 Privatradios den 2. interkantonalen Lehrstellentag durch. Deren Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In diesem Beitrag finden Sie alle Informationen, die Sie benötigen!

Was sind die Hauptziele des Lehrstellentags?

1. Firmen dazu zu bewegen, erstmalig (oder zusätzlich) Lehrstellen / Attestausbildungen zu schaffen.

In erster Linie dient der Lehrstellentag als Aufruf an Firmen, die bisher noch keine Lernende ausgebildet haben – mit dem Hinweis, dass es noch etliche Jugendliche gibt, die bisher keine Lehrstelle gefunden haben.

[so sind z.B. auch bei uns noch über 1000 (!) Gesuche von Jugendlichen geführt, welche drei Monate vor Ausbildungsbeginn alles daran setzen würden, noch eine Lehre in Angriff nehmen zu dürfen!]

Es sollen insbesondere diejenigen Firmen angesprochen werden, welche bisher noch keine Lernenden angeboten haben. Die zuständigen kantonalen Berufbildungsämter werden an diesem Tag Red und Antwort stehen, welche Anforderungen an künftige Berufsbildner/-innen gestellt werden, wie man die Ausbildungsbewilligung erhält und was in den verschiedenen Branchen speziell beachtet werden muss.

Dabei werden auch Fragen bezüglich der Schaffung eines Lehrbetriebsverbundes geklärt und aufgezeigt, dass sich die Ausbildung von Jugendlichen in den meisten Fällen lohnt.

Informationen für Lehrbetriebe und Praktikaanbieter

Ungefähr 60’000 Unternehmen engagieren sich in der Schweiz für die Berufsbildung als Lehrbetriebe. Trotzdem suchen auf den Lehrbeginn 2010 immer noch Jugendliche nach einer Lehrstelle.

Der Lehrstellentag will Unternehmen senibilisieren, aber auch Berufe vorstellen, in welchen es an Nachwuchs fehlt.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen neuen oder zusätzlichen Ausbildungsplatz anbieten?

2. Hilfestellungen für Eltern, Schulen, Jugendliche und Firmen

Zweitens sollen aber auch die Jugendlichen, Eltern, Lehrbetriebe und (noch)-nicht-ausbildenden Firmen Informationen zum Berufbildungssystem erhalten und sich Gehör verschaffen können – z.B. im Falle von Firmen, die zwar Lehrstellen anbieten – bisher aber noch keine Lernenden gefunden haben.

Info Eltern, Schule, Jugendliche

Wie komme ich bis im Sommer 2010 noch zu einer Lehrstelle?

Welche Berufe sind in der Zukunft gefragt? In welcher Branche fehlt der qualifizierte Nachwuchs?

Diese Fragen und einige mehr, werden während des Lehrstellentags beantwortet.
Je nach Kanton und Radio kann man auch ins Studio anrufen und die Fragen direkt stellen.

Die mitmachenden Kantone und Radiostationen:

1. Berufbildungsamt Kanton Aargau + Radio Argovia

2. Berufbildungsamt Kanton Bern + Radio Berner Oberland (*) + Canal3 + Capital FM + neo1 + neo zwei + Energy Bern + RJB

(* das freut mich als (ex-)Iseltwalder sehr…)

3. Berufbildungsamt Kanton Freiburg/Fribourg + Radio Freiburg/Fribourg

4. Berufbildungsamt Kanton Jura + RFJ

5. Berufbildungsamt Kanton Neuchâtel + RTN

6. Berufbildungsamt Kanton Schaffhausen + Radio Munot

7. Berufbildungsamt Kanton Solothurn + Radio 32

8. Berufbildungsamt Kanton Zug + Radio Sunshine

9. Berufbildungsamt Kanton Zürich + Radio 24 + Radio Top

Sie möchten wissen, was auf den Radiostationen läuft?

Unter www.lehrstellentag.ch -> On Air finden Sie alle nötigen Informationen.

Ihr Kanton ist nicht dabei?

Kein Problem – die Jugendlichen in Ihrem Kanton würden sich natürlich auch über zusätzliche Lehrstellen/Attestausbildungen freuen. Kontaktieren Sie für weitere Informationen zur Ausbildungsberechtigung das kantonale Berufbildungsamt und schreiben Sie die Lehrstelle(n) danach doch auch gleich bei uns aus.

Berufbildungsämter in den anderen Kantonen: AI / AR / BL/BS / GE / GL / GR / LU / NW / OW / SG / SZ / TG / TI / UR / VD / VS + FL


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[persönliche Anmerkungen  - oder weshalb es einen interkantonalen Lehrstellentag braucht]

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1. Das duale Berufbildungssystem ist eines der erfolgreichsten Ausbildungssysteme! Nur Dank der jahrelangen Bereitschaft der ausbildenden Betriebe ist es möglich, jährlich rund 75’000 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und einen qualitativ vorbildlichen Berufsabschluss zu ermöglichen, der sich auch im Vergleich mit dem Ausland zeigen darf.

2. Diese langjährige Bereitschaft der Ausbildungsbetriebe soll entsprechend gewürdigt werden - und gleichzeitig soll (noch)-nicht-ausbildenden (Gross-)Firmen aufgezeigt werden, dass sich die Ausbildung von Jugendlichen in den meisten Fällen lohnt.

3. Sollen sich die betroffenen Akteure “Berufsbildner/-in” und “Jugendliche” Gehör verschaffen dürfen. Denn Fakt ist, dass dass Lehrstellenangebot in manchen Branchen nicht der Nachfrage entspricht. (Es also je nach Region und Berufsfeld einen Lehrstellen- oder Lernendenmangel gibt)

4. Fakt ist auch, dass in verschiedenen Bereichen ein Umdenken nötig ist / Handlungsbedarf besteht. Dies betrifft z.T. Firmen, aber auch die Jugendlichen/Eltern selbst. Ein paar Stichworte: Fairplay bei der Lehrstellenvergabe, Diskriminierungen, unbegründete Absagen, ungenügende Schlüsselkompetenzen / Qualifikationen der Jugendlichen, zu hohe Quote bei den Lehrabbrüchen, fehlerhafte Standard-Bewerbungen.

5. Matching-Herausforderungen erschweren die Garantie auf eine Lehrstelle / einen Lernenden.

Fakt ist, dass es leider keine Garantie gibt, dass man alleine Dank guter Berufseignung eine Lehrstelle ergattern kann. Auch nützen 100 “überzählige” Lehrstellen bei den kompetentesten Fleischfachmännern und-frauen nichts, wenn die Nachfrage fehlt (wie auch im Baugewerbe sichtbar).

Zu den drei grundlegenden Matching-Herausforderungen zähle ich:

(1) Ort der Lehrstelle <-> Ort des Jugendlichen

[Stichworte: Mobilität, Lehrlingsheime, etc.]

(2) Art/Anzahl der angebotenen Lehrstellen <-> Art/Anzahl der gesuchten Lehrstellen

[aufgezwungene Berufswahl/Flexibilität, Lehrvertragsauflösungen, Markt bestimmt Angebot, je nach Region und Beruf Mangel an Lernenden oder Lehrstellen, zusätzliche Herausforderung wegen abnehmenden Schülerzahlen bis ins Jahr 2018]

(3) Anforderungen für den Beruf <-> Qualifikationen für den Beruf

[Fehlende Berufseignung, mangelnde Schlüsselkompetenzen , zu hohe Anforderungen von Seiten der Berufsverbände?, fehlende Lehrstellen im niederschwelligen Bereich?, etc]

Weitere Informationen dazu unter diesem Link.

6. Kurz(sichtig)er Ausblick: Was passiert mit den Jugendlichen ohne Lehrstelle?

Was passiert mit den Lehrabgänger/-innen ohne Berufseinstiegsmöglichkeit?

In manchen Bereichen muss ein Umdenken stattfinden.

Es kann und darf nicht im Interesse der Schweizer Wirtschaft sein, dass “unsere” Jugendlichen ohne Ausbildung bleiben oder keine Berufseinstiegsmöglichkeiten geboten werden. Müssen hier wirklich die Sozialwerke die Lösung sein?

Sicher – es darf auch nicht angehen, dass langjährige Ausbildungsbetriebe vergrault werden, dadurch, dass diesen Jugendliche aufgebürdet werden, welche nicht einmal Sie, geschätze/-r Leser/-in, einstellen und in den nächsten 3-4 Jahren beschäftigen/ausbilden würden.

Darum, liebe Eltern: Sorgen Sie dafür, dass auch Sie die Hand für Ihren Sohn/Ihre Tochter ins Feuer legen können.

Tue ich Ihnen Unrecht? Dann entschuldige ich mich und weise Sie darauf hin, dass es in der Schweiz eine Vielzahl an Möglichkeiten und kompetenten Beratungsstellen gibt, die helfen, auch in einer noch so aussichtslosen Situation eine sinnvolle Alternative oder Überbrückungsmöglichkeit zu schaffen. Helfen Sie mit die Absagen zu verdauen und auch dann, wenn Sie erkennen, dass die Nachfrage für einen bestimmten Beruf in Ihrer Region schlicht zu gross ist – und es besser wäre, einen anderen Weg einzuschlagen. Sie haben alles in Ihrer Macht stehende gemacht und kommen trotzdem nicht weiter?

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass in manchen Fällen von Lehrstellenmangel oder gar Diskriminierung bei der Lehrstellenvergabe gesprochen werden muss. Aber dann nutzen Sie doch diesen Lehrstellentag und unterstützen Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter, indem Sie aktiv werden – der Öffentlichkeit in Ihrer Region zeigen, dass er/sie eine Lehrstelle verdient hat.

Eine weitere Hilfe bieten wir Ihnen auf unserer Plattform www.bildet-mich-aus.ch – Da kann er/sie kostenlos auf sich aufmerksam machen. Das alleine reicht natürlich noch nicht aus – aber mit Ihrer Hilfe schaffen wir es, noch mehr potentielle Lehrbetriebe auf Ihre Tochter/Ihren Sohn aufmerksam zu machen.

Das “Schöne” am Berufsbildungsystem ist, dass 97% der Lehrstellen in kleinen und mittelgrossen – also oft familiären – Lehrbetrieben angeboten werden. Viele der Berufsbildner/-innen haben selbst Kinder und drücken bei den 16-20 Jährigen oftmals ein oder zwei Augen zu. Bieten weitere Chancen. Irgendwo müssen aber berechtigterweise Grenzen gesetzt werden. Das ist verständlich.

Dennoch bitte ich Sie, liebe Berufsbildner/-innen, sich nicht zu stark vom Bild der Jugend in der Öffentlichkeit täuschen zu lassen. Es gibt in der Tat noch Jugendliche, die es mehr als verdient hätten, eine Lehrstelle zu ergattern. Vielleicht sind auch Jugendliche dabei, bei welchen der “Knopf” noch nicht richtig aufgegangen ist oder sie haben noch private Probleme, die sie mit sich herumtragen müssen – aber dennoch/gerade deshalb haben auch diese Jugendlichen Hilfe verdient (wenn sie sich helfen lassen und im Elternhaus zu wenig Unterstützung erhalten).

Werfen Sie deshalb bitte regelmässig einen (oder mehrere) Blick(e) auf die bei uns geführten Jugendlichen – Ich bin überzeugt, dass es hier viele, sehr viele Jugendliche gibt, die einsatzfreudig, höflich, selbstständig, teamfähig, zuverlässig, lernwillig, pünktlich, ausdauernd und verantwortungsbewusst sind. Jugendliche, die motiviert wären und alles daran setzen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern – bisher aber zu selten die Möglichkeit hatten, in einem Vorstellungsgespräch oder Probe-Arbeiten von sich zu überzeugen.

Überzeugen Sie sich selbst!

Klicken Sie auf http://www.lehrstellenboerse.ch und die Rubrik “Gesuche”

 

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Lehrstellensituation im März 2010 (BBT)

Bern, 08.04.2010 – Gemäss der monatlichen Umfrage des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) bei den Kantonen hat sich die Lehrstellensituation im März im Vergleich zum Vormonat nicht verändert. Der Lehrstellenmarkt präsentiert sich weiterhin stabil und spiegelt folgende Tendenzen:

  • Wie bereits im Februar ist das Lehrstellenangebot auch im März 2010 mit der Vorjahresperiode vergleichbar. Besonders in der deutschsprachigen Schweiz wurden viele Lehrstellen bereits vergeben. Die Romandie und das Tessin beginnen traditionell erst später mit der Rekrutierung.
  • Für Anbieter von Ausbildungsplätzen in beruflichen Grundbildungen mit hohen Anforderungsprofilen gestaltet sich die Rekrutierung von geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zunehmend schwieriger.
  • Jugendliche mit sozialen oder schulischen Bildungsdefiziten haben nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden. Auch entspricht das Lehrstellenangebot in verschiedenen Berufsbereichen nicht immer der Nachfrage.

Aktionstag ,Berufsbildung als Chance”

Die Kantone begegnen diesen Tendenzen u.a. mit einem verstärkten Lehrstellenmarketing. AG, BE, FR, JU, NE, SH, SO, ZG und ZH beispielsweise, führen am Mittwoch, 5. Mai 2010, gemeinsam mit 16 Lokalradios den zweiten interkantonalen Lehrstellentag durch. Unter dem Motto ,Berufsbildung als Chance” wollen die beteiligten Kantone und Lokalradios vermehrt für den Stellenwert und die Chancen der Berufsbildung sensibilisieren und zusätzliche Lehrstellen schaffen. Im Fokus des Lehrstellentages stehen Themen rund um die Berufsbildung, die Lehrstellensuche und die Lehrstellenförderung. Weitere Infos unter: www.lehrstellentag.ch.

Lehrbetriebsvignette als Marketinginstrument

In den Monaten Mai und Juni 2010 wird der grösste Schweizer Milchverarbeiter Emmi landesweit Milchpackungen bedruckt mit der Vignette für Lehrbetriebe im Verkauf haben. Stellvertretend für rund 60`000 Lehrbetriebe in der Schweiz macht Emmi mit dieser Aktion sein Engagement in der Ausbildung von Lernenden für die breite Bevölkerung sichtbar.

In der Schweiz erhalten alle Betriebe, die Lernende ausbilden, von den kantonalen Berufsbildungsämtern jährlich die Vignette für Lehrbetriebe. Sie ist eine Anerkennung für das Engagement der Unternehmen in der Berufsbildung. Die Lehrbetriebsvignette kann von allen Lehrbetrieben auf vielfältige Art und Weise zu Marketingzwecken verwendet werden. Weitere Infos unter: www.berufsbildungplus.ch > Unternehmen > Vignette.

Adresse für Rückfragen:

Hugo Barmettler, Leiter Berufsbildung, Tel. 031 323 20 29, hugo.barmettler@bbt.admin.ch
Tiziana Fantini, Kommunikation, Tel. 031 323 04 59, tiziana.fantini@bbt.admin.ch

Herausgeber:

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/
Quelle: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=32530
 
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Geschrieben von - April 8, 2010 in a) BBT

 

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Lehrstellensituation im Februar 2010

Bern, 08.03.2010 – Ein halbes Jahr vor Lehrbeginn 2010 präsentiert sich der Lehrstellenmarkt stabil. Trotz angespannter Wirtschaftslage investieren die Betriebe konsequent in die Ausbildung von Lernenden und streichen keine Lehrstellen aufgrund kurzfristiger Rentabilitätsüberlegungen. Alle Kantone stützen das Lehrstellenangebot weiterhin mit Massnahmen zur Lehrstellenförderung. Die vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) eingeholten kantonalen Trendmeldungen spiegeln folgende Tendenzen:

- Das Lehrstellenangebot im Februar 2010 ist mit der Vorjahresperiode vergleichbar. Besonders in der deutschsprachigen Schweiz wurden viele Lehrstellen bereits vergeben. Die Romandie und das Tessin beginnen traditionell erst später mit der Rekrutierung.

- Nach 15 Wachstumsjahren ist die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger seit 2009 erstmals rückläufig. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) dürfte diese Abnahme bis 2018 anhalten und im Vergleich zu 2008 gesamtschweizerisch einen Rückgang von 12 Prozent betragen (2018: 74`000 Abgängerinnen und Abgänger der obligatorischen Schule, das sind 10`000 weniger als 2008).

- Für Anbieter von Ausbildungsplätzen in beruflichen Grundbildungen mit hohen Anforderungsprofilen gestaltet sich die Rekrutierung von geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zunehmend schwieriger.

- Jugendliche mit sozialen oder schulischen Bildungsdefiziten haben nach wie vor Mühe, einen Ausbildungsplatz zu finden. Auch entspricht das Lehrstellenangebot in verschiedenen Berufsbereichen nicht immer der Nachfrage.

Evaluation des Lehrstellenmarktes
Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) beobachtet die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt mittels verschiedenen Instrumenten. Von Februar bis August melden die Kantone monatlich die Tendenzen zur Lehrstellensituation. Die daraus resultierenden Trendanalysen veröffentlicht das BBT von März bis September. Hinzu kommt das Lehrstellenbarometer: Mit repräsentativen Umfragen bei Unternehmen und Jugendlichen wird im April und August die Situation auf dem Lehrstellenmarkt erhoben. Das nächste Barometer erscheint Mitte Juni 2010.

Adresse für Rückfragen:
Hugo Barmettler, Leiter Berufsbildung, Tel. 031 323 20 29
Tiziana Fantini, Kommunikation, Tel. 031 323 04 59

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Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
Internet: http://www.bbt.admin.ch/

Quelle:
http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=32088

 
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Geschrieben von - März 8, 2010 in a) BBT

 

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Bildungsmonitoring Schweiz: Erster schweizerischer Bildungsbericht publiziert

Bern, 04.02.2010 – BBT/EDK. Bund (EVD/EDI) und Kantone (EDK) haben sich auf die Durchführung eines langfristig angelegten Bildungsmonitorings verständigt. Als erstes Produkt resultiert aus diesem Prozess ein nationaler Bildungsbericht. Er wurde am 4. Februar 2010 an einer Medienkonferenz in Bern den Auftraggebern von Bund und Kantonen übergeben.

Bildungsmonitoring Schweiz: Erster schweizerischer Bildungsbericht publiziert

Die Bundesverfassung verpflichtet Bund und Kantone zur Zusammenarbeit im Bildungsbereich: Sie sorgen gemeinsam für eine hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz. Ein Instrument für die Erfüllung dieser Aufgabe ist das Bildungsmonitoring Schweiz. Es wird verantwortet vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement EVD, dem Eidgenössische Departement des Innern EDI und der Schweizerischem Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK.

Erstes Produkt ist ein schweizerischer Bildungsbericht. Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF, vertreten durch den Projektleiter Prof. Dr. Stefan C. Wolter, präsentierte den Bericht im Rahmen einer Medienkonferenz im Haus der Kantone in Bern und übergab ihn dem auftraggebenden Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT und der EDK.

Der Bildungsbericht 2010 trägt auf über 300 Seiten das aktuelle Wissen über das Bildungssystem Schweiz zusammen. Er enthält Daten aus Forschung, Statistik und Verwaltung über das ganze Bildungssystem hinweg, von der Vorschule bis zur Weiterbildung. Sein Inhalt und seine evaluative Gesamtschau, die der Vielschichtigkeit des Bildungssystems umfassend Rechnung trägt, ist für weite Kreise von Interesse. Er stellt ein wichtiges Element des Bildungsmonitoringprozesses dar. Bei der Erstellung des ersten schweizerischen Bildungsberichts konnte von den Erfahrungen einer Pilotphase profitiert werden: 2006 war eine von Bund und Kantonen mandatierte Pilotfassung Bildungsbericht erschienen.

An der Medienkonferenz verwiesen die Direktorin des BBT, Ursula Renold, und der Generalsekretär der EDK, Hans Ambühl, auf das Neue am Bildungsmonitoringprozess: Zum ersten Mal würden sich Bund und Kantone über eine Strategie zur Weiterentwicklung des Bildungsraumes Schweiz verständigen und diese in ihrem jeweiligen Rechtskreis umsetzen.

Der Bildungsbericht enthält Befunde, aber keine direkten Handlungsanweisungen an die Adresse der Bildungspolitik. An die Publikation schliesst eine Auswertung an, die von EVD/EDI und EDK geführt wird und in Zusammenarbeit mit weiteren Bildungskreisen erfolgt. Daraus resultieren:

  1. Entscheide für die Weiterentwicklung des Bildungsraumes Schweiz. Der Bund integriert die Folgerungen in seine BFI-Botschaft (2013-2016), die Kantone in das Tätigkeitsprogramm der EDK soweit Koordinationsgeschäfte zwischen den Kantonen betroffen sind. Auf kantonaler Ebene fliessen die Erkenntnisse des Bildungsmonitorings in kantonale Vorhaben ein.
  2. Erkenntnisse für die Verbesserung der Datenlage: Bund und Kantone werden sich darauf verständigen, welche Wissenslücken über den Bildungsraum Schweiz in den kommenden Jahren prioritär geschlossen werden sollen. Umgesetzt wird dies im Rahmen von Forschungs- und Statistikvorhaben.

2014 wird ein neuer Bildungsbericht vorliegen. Er wird den Stand der Zielerreichung aufzeigen und einen neuen vierjährigen Auswertungszyklus lancieren.

Zusätzliche Informationen auf: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=31470

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Zusätzliche Verweise:

 
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Geschrieben von - Februar 4, 2010 in a) BBT, [11] STUDIEN

 

Tag der Berufsbildung: Festansprache von Frau Bundesrätin Doris Leuthard

Nach der Lehrstellenkonferenz von Heute Vormittag mit dem Bekenntnis den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen (Zusatzinfo: Radiobeitrag DRS) anzupacken, wurden Heute Nachmittag am Tag der Berufsbildung die Teilnehmer/-innen der Berufsweltmeisterschaften in Calgary gefeiert und Frau Bundesrätin Leuthard hielt folgende Festansprache

Entnommen aus: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=29674

Sehr geehrte Damen und Herren

  1. Ich freue mich, mit Ihnen zusammen den Tag der Berufsbildung zu feiern. Selbstverständlich sind solche Feiern in der heutigen wirtschaftlichen Situation nicht. Aber wir wollen damit auf 3 Faktoren aufmerksam machen:
  2. Die Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt ist wichtig. Wir offerieren mit der Berufsbildung eine ganze Palette von Angeboten und zusammen mit den Unternehmen die entsprechenden Stellen. Gerade in der Krise ist es wichtig, diese Angebote aufrecht zu halten.
    Bildung ist ein wichtiges Element für den Wirtschafts-Standort Schweiz. Ohne Bildung gibt es keine praxisorientierten Kader.
  3. Die Schweiz ist Spitze! In Calgary hat das Schweizer Team an den Berufsweltmeisterschaften erneut Spitzenplätze belegt. 7 Gold-, 2 Silber-, 5 Bronzemedaillen, 16 Diplomen. Damit sind wir die weltweit zweitbeste Nation; in Europa sind wir die Besten!

Und das hat seine guten Gründe:

  • Das neue Berufsbildungsgesetz von 2002 hat zu einer eigentlichen Modernisierung der Berufsbildung geführt. Inzwischen sind bereits über 72 Berufe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis reformiert worden. Es sind zahlreiche neue Berufsbilder entstanden. Besonders freut es mich, dass wir im niederschwelligen Bereich bereits über 23 zweijährige berufliche Grundbildungen anbieten können, bis 2012 werden es 42 sein.
  • In den letzten Jahren haben wir grosse Anstrengungen unternommen, um den Lehrstellenmarkt zu stabilisieren. Der Lehrstellenmarkt ist trotz Krise bei einem Angebot von 87`000 Stellen stabil geblieben. Heute verfügen alle Kantone über ein Instrumentarium an Massnahmen im Bereich der Lehrstellenförderung, des Coaching/Mentorings und des Case Management Berufsbildung. Damit können wir die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II von heute knapp 90% bis 2013 auf 95% erhöhen.
  • Das lebenslange Lernen ist Realität. Mit der höheren Berufsbildung verfügen wir über eine Bildungsstufe auf Tertiärniveau, welche eine Fülle von Bildungsangeboten bereithält, die auf Fach- und Führungsfunktionen vorbereiten. Ausserdem verfügen wir heute über die Grundlagen, die gemachten Erfahrung als Ausbildungszeit anzurechnen. Ein Instrument, das es unter anderem ermöglicht, das Potenzial der Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger auszuschöpfen.

Dynamische Entwicklung – Herausforderungen für die Berufsbildung

Ich bin mir bewusst, dass die Berufsbildung nicht nur Fans, sondern auch Kritiker hat. Ich weiss auch, die Lehrmeister müssen sich ständig den neusten Entwicklungen anpassen. Aber deswegen die Berufsbildung über Bord zu werfen, wie das von professoraler Seite empfohlen wird, halte ich für übertrieben. Die Leistungen der Jugendlichen in Calgary und in den Betrieben, das Engagement der Eltern während der Lehrjahre ihrer Söhne und Töchter und die hohe Bereitschaft der Unternehmer, ihre Fachkräfte selber auszubilden, strafen diese Kritiker Lügen. Wer aus dem Elfenbeinturm herab die duale Berufsbildung als ,Auslaufmodell” abqualifiziert, verkennt unsere Realitäten.

Wer handwerkliches Können wissenschaftlich verbrämen und mit einer hohen Maturitätsquote universitarisieren will, der kennt die Bedürfnisse der Wirtschaft nicht. Oder brauchen wir in der Betreuung von Kranken oder in der Garage reine Akademiker? Ich meine Nein: Entscheidend ist nicht der Titel; entscheidend ist das Können, die Qualität der Ausbildung, die Motivation der Jugendlichen. Die Jugend muss von ihrem Beruf überzeugt sein und das Handwerk beherrschen. Denn die Berufsbildung ist ein wichtiger Eckpfeiler unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Wer gründet die meisten Unternehmen in der Schweiz? Es sind in erster Linie jene Fachfrauen und Fachmänner, die sich nach einer Berufsausbildung kontinuierlich weiterbilden und etwa realisieren wollen.

Natürlich müssen wir uns auf Entwicklungen und Trends vorbereiten.

  • Die demographische Entwicklung wird uns, in Kombination mit dem Trend zur Hochschul-Bildung, vor grosse Probleme stellen. Einerseits werden wir aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge bis 2018 12% weniger Schulabgänger haben. Andererseits stelle ich eine ungesunde Entwicklung hin zu einer Erhöhung der Maturitätsquote fest. Das wiederum führt zu einer Lehrstellen-Selektion nach oben; die schulisch Schwächeren bleiben auf der Strecke.
  • In den letzten Jahren hat die Wirtschaft einen noch nie dagewesenen Wandel erlebt. Die technologische Entwicklung hat sich enorm auf die Berufsbildung ausgewirkt. Neue Berufe wie beispielsweise in der Informationstechnologie oder im Gesundheitswesen sind entstanden. An der Lehrstellenkonferenz von heute Morgen haben wir zum Beispiel beschlossen, dass bereits ab 2011 Pilotprojekte für die neue zweijährige Grundbildung ,Praktiker Gesundheit und Betreuung” durchgeführt werden sollen. Damit werden auch im niederschwelligen Bereich eidgenössisch anerkannte Berufe geschaffen, wo bis vor Kurzem die Leute individuell on the job ausgebildet worden sind. Wir werden in diversen Bereichen Lerninhalte an die neuen technologischen Entwicklungen anpassen müssen.
  • Eine stete Herausforderung für die Berufsbildung sind neue Märkte wie beispielsweise im Bereich der Umwelt. Die OECD investiert in greenjobs. Die Zukunft heisst CleanTech. Das Bundesministerium für Umwelt in Berlin rechnet in diesem Bereich mit einem weltweiten jährlichen Wachstum von 15% bis 30%. Deshalb scheint es mir wichtig, dass Fachwissen über Umwelt, Ressourcen und Energie verstärkt vermittelt und so der Teppich für ein Grundverständnis gelegt wird. Gelingt uns dies nicht, fehlen uns später die Fachleute und die Schweiz verpasst den Anschluss an zukünftige Märkte.
  • Die rasant vorwärts schreitende Internationalisierung führt zu einer höheren Mobilität der Arbeitnehmenden. Für unsere schweizerische Berufsbildung besteht die Gefahr, dass unsere Abschlüsse – insbesondere im Bereich der höheren Berufsbildung – international nicht die gebührende Anerkennung erhalten. Ich will die höhere Berufsbildung stärken. Ich will, dass diese Fachleute dieselbe Anerkennung erhalten wie Hochschul-Absolventen.
  • Bildungswege zu bekämpfen bringt nichts. Wir müssen vielmehr die verschiedenen Bildungskanäle optimieren. Wir brauchen ein System, das sowohl schulisch Schwächeren als auch Hochbegabten Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Wir brauchen die optimale Verknüpfung mit dem Arbeitsmarkt und eine bezahlbare, attraktive höhere Berufsbildung. Nur so kann jede und jeder den persönlichen Weg wählen. Nur so verfügt die Wirtschaft auch in Zukunft über adäquat ausgebildete Berufsleute auf allen Stufen.

Gemeinsam Lorbeeren von morgen sichern

Meine Damen und Herren, es ist mir bewusst, dass trotz unseres guten Systems viele Jugendliche derzeit nach der Lehre keine Anstellung finden. Die Konjunktur schlägt hier am meisten durch. Ich setze alles daran, den Unternehmen bessere Bedingungen zu verschaffen, damit die Auftragsbücher raschmöglichst wieder voll werden. Für diejenigen, die es trotzdem trifft, empfehle ich die Zeit zu nutzen für die Weiterbildung. Nach einem Hin und Her hat das Parlament die Gelder für Finanzhilfen gesprochen. Damit investiert ihr in die Zukunft, in die Verbesserung eurer Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wir müssen uns besonders anstrengen, wenn wir weiterhin an der Spitze bleiben wollen. Andere Staaten holen auf. Wer wie Indien in der Lage ist, ein 1700-Euro-Auto zu bauen, der hat ebenfalls gute Berufsleute. Wer wie China ein hohes und nachhaltiges Wachstum erwirtschaftet, tut dies nicht nur auf dem Buckel der Wanderarbeiter – der braucht Fachkräfte. Noch sind wir besser: Also machen wir uns gemeinsam stark für die Berufsbildung. Zeigen wir den Jungen, was man alles erreichen kann, überzeugen wir die Professoren von der Qualität. Mit Ihren Höchstleistungen auf nationaler und internationaler Ebene und sind Sie meine besten Botschafter!

Es gilt das gesprochene Wort !

Herausgeber:

Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement
Internet: http://www.evd.admin.ch
 

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